News – Straße

04.07.2005Asfinag mit Rekordergebnis, aber 8,4 Mrd. EUR Verbindlichkeiten:

1.160 Mio. EUR aus Maut und Vignette

600 Mio. EUR aus der fahrleistungsabhängigen Lkw-Maut hat die Asfinag im Jahr 2004 eingenommen, berichtete Finanzvorstand Christian Trattner im Rahmen der Bilanzpressekonferenz. Dies entspreche „punktgenau“ der Prognose. Einschließlich der Sondermauten auf den alpenüberquerenden Strekken und der Pkw-Vignette erzielte die Asfinag einen Erlös von 1.160 Mio. EUR aus Straßenbenützungsabgaben.

Im Rahmen der fahrleistungsabhängigen Lkw-Maut sind im Berichtsjahr 540 Mio. Mauttransaktionen durchgeführt worden; täglich waren es bis zu 2 Mio. Die Erfassungsquote liege bei 99,1%, der Anteil von Mautprellern unter 1%. Das System funktioniere „hervorragend“, so Trattner.

Autobahn- und Schnell-
straßennetz wuchs durch
„massiven Bauschub"
um 29 km: Franz Lückler
(Foto: GSV)

Ob in nächster Zeit eine Mauterhöhung vorgesehen sei, vermochte der Vorstandsdirektor nicht zu sagen. Dies sei Angelegenheit des Eigentümers der Asfinag – der Republik Österreich und im speziellen des Verkehrs- und des Finanzministeriums. Diesen obliege auch die Entscheidung über die Ökologisierung der Lkw-Maut durch Tarife, die sich an der Schadstoffklasse des Fahrzeugs orientieren. Die Asfinag sei jedenfalls zu einer solchen Umstellung bereit und könnte diese innerhalb eines halben Jahres vollziehen.

Im Vorjahr wurde erstmals die Milliarden Euro-Grenze bei der Bestellung von Infrastruktur-Bauleistungen im hochrangigen Straßennetz überschritten. Durch einen „massiven Bauschub“ – wie Vorstandsdirektor Franz Lückler formulierte – konnten im Jahr 2004 29 km Autobahnen und Schnellstraßen neu für den Verkehr frei gegeben werden.

Das „Rekordjahr“ (Trattner) sei indes erst der Anfang der Konsolidierung des Unternehmens. Die Finanzverbindlichkeiten der Asfinag von gegenwärtig 8,4 Mrd. EUR würden noch bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts „aufgebaut“. Erst dann sei ein „verhältnismäßiger Rückgang“ zu erwarten.

Für Rückzahlungsansprüche aus der vom EuGH als überhöht beurteilten Brenner-Maut sei „bilanzielle Vorsorge“ getroffen worden. Zu deren Höhe mochte sich Trattner nicht äußern.

5-Punkte-Programm für Österreich

Mit einer Investitionssumme von 1,25 Mrd. EUR (gegenüber 1,1 Mrd. EUR im Vorjahr) hält die Asfinag heuer das hohe Niveau der Investitionen in Planung, Bau und bauliche Erhaltung von Autobahnen und Schnellstrassen. Das Netz der Asfinag wächst um weitere 12 km auf 2046 km.

Die Asfinag-Vorstände Franz Lückler und Christian Trattner präsentierten kürzlich ein „5-Punkte Programm für Österreich“ mit dem Ziel, die sichersten Autobahnen und Schnellstraßen in Europa zu bauen und die Qualitäts- und Technologieführerschaft unter den Autobahnbetreibern weiter zu stärken. Ziele sind die Schaffung einer Straßeninfrastruktur zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich im Bereich des hochrangigen Streckennetzes, der kontinuierliche Ausbau der Verkehrssicherheit, die Erweiterung des Umweltschutzes, die Beibehaltung eines effizienten Finanzierungsmanagements und transparentes Wirtschaften durch die Umsetzung des Strukturplanes.

Unter anderem wird die Asfinag das Austauschprogramm für Aluleitschienenfort setzen, die Tunnel- und Baustellensicherheit weiter erhöhen, zusätzliche Section Control-Anlagen einrichten sowie Verkehrskontroll- und Rastplätze ausbauen. Der Probebetrieb der Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) verläuft erfolgreich und verhindert Auffahrunfälle.

Zur optimalen Integration des hochrangigen Streckennetzes steht neben ökologischen Ausgleichsmaßnahmen der Lärm- und Umweltschutz der Bevölkerung im Mittelpunkt. In diesem Bereich hat die Asfinag seit 2000 ihre Investitionen vervierfacht und allein im Vorjahr rund 50 Mio. EUR in Lärmschutzmaßnahmen investiert.

Der Finanzplan sieht eine Entschuldung ab 2016, eine fiktive Schuldenfreiheit bis 2047 und den mittelfristigen Ausbau der Eigenkapitalquote von derzeit 3 % auf 10 % vor. Die klare Holdingstruktur mit sieben eigenverantwortlichen Konzerngesellschaften stärkt die Kernkompetenzen der Asfinag.

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